Literatur

Maria Herting, Wolfgang Krell, Eugen Baldas, Rainer A. Roth (Hrsg.):Freiwilligen-Zentren, Ferment einer solidarischen Gesellschaft. Lambertus 2007

Sigrid Daneke: Freiwilligenarbeit in der Altenhilfe. München 2003

Jutta Mügge, P. Eckhard Bieger SJ: Herausforderung Ehrenamt in der Kirche. Ein praktischer Leitfaden. ISBN 978-3-7462-2600-2

Elisabeth Bubolz-Lutz, Cornelia Kricheldorff: Freiwilliges Engagement im Pflegemix, Neue Impulse. Lambertus 2006

Eugen Baldas, Rainer A. Roth, Helmut Schwalb (Hrsg.): Talente einsetzen - Solidarität stiften, Modellprogramm Generationsübergreifende Freiwilligendienste. Lambertus 2009

Weitere Literatur auf http://www.ehrenamtsbibliothek.de/index.cfm

Abstracts aktueller Fachliteratur

The effect of productive activities on depressive Symptoms among older adults with dual sensory loss. (eingefügt am 25.7.2011 von Martin Oberbauer)

Michele Capella McDonnall

Research on Aging, 2011, 33(3), S. 234-255.

Das Ziel dieser Studie war die Evaluierung der Fähigkeit von drei produktiven Aktivitäten (bezahltes Arbeit, Freiwilligenarbeit, informelles Helfen), den negativen Einfluss von doppelter Wahrnehmungseinschränkung (visuell, akustisch, dual sensory loss DSL) auf depressive Symptome bei Älteren abzuschwächen. Mithilfe eines Mehrebenen-Modells wurden Längsschnittdaten der national (USA) repräsentativen Health and Retirement-Studie analysiert.Die Stichprobe bestand aus 2.688 Personen: 1.380 entwickelten ein DSL während der Studie, die übrigen nicht. Obwohl die Teilnahme an jeder der produktiven Aktivitäten mit weniger depressiven Symptomen bei Älteren mit DSL zusammenhing, war freiwilliges Engagement die einzige Variable, welche die Beziehung zwischen DSL und depressiven Symptomen moderierte. Personen mit DSL, die sich freiwillig engagierten, zeigten eine stärkere Abnahme depressiver Symptome verglichen mit Personen ohne DSL, die freiwillig tätig waren. Eine Intervention mittels freiwilligem Engagement könnte somit bei älteren Menschen mit DSL ein gangbarer Weg sein, um in dieser Bevölkerungsgruppe Depressionen zu reduzieren.

Extracurricular activities, positive youth development, and the role of meaningfulness of engagement.

Bundick, Matthew J.

The Journal of Positive Psychology. Vol.6(1), Jan 2011, pp. 57-74.

Frühere Forschung zeigte, dass Partizipation in extracurricularen Highschool-Aktivitäten erwünschte Ergebnisse erzielen kann, wie z.B. Bildungsleistungen und reduziertes Problemverhalten. Wenig Aufmerksamkeit wurde jedoch dem Bezug zu psychologischen Kennzeichen von positiver Jugendentwicklung (PJE) gewidmet. Außerdem wurde übersehen, wie wichtig für diesen Bezug der Grad ist, zu dem junge Menschen ein solches Engagement persönlich sinnvoll finden. Diese Studie untersuchte Längsschnitt-Beziehungen zwischen extracurricularer Partizipation und multiplen Kennzeichen von positiver Entwicklung im Jugendalter und erforschte, ob die persönliche Sinnhaftigkeit der Bereiche diese Beziehungen beeinflusste.
Die Ergebnisse zeigten, dass eine positive Entwicklung positiv zusammenhing mit Partizipation in studentischen Führungsaufgaben und freiwilligem Engagement, und negativ korrelierte mit Partizipation in kreativen Künsten. Zusätzlich wurden viele der Beziehungen zwischen extracurricularer Partizipation und positiver Entwicklung beeinflusst durch die Sinnhaftigkeit der Aktivität, typischerweise in negativer Richtung. Die Diskussion beleuchtet zukünftige Forschungsrichtungen zu extracurricularer Partizipation, sinnvollem Engagement und PJE.

Invisible civic engagement among older adults: Valuing the contributions of informal volunteering.

Martinez, Iveris L; Crooks, Donneth; Kim, Kristen S; Tanner, Elizabeth.

Journal of Cross-Cultural Gerontology. Vol.26(1), Mar 2011, pp. 23-37.

Es gibt eine wachsende Nachfrage nach bürgerschaftlichem Engagement von älteren Erwachsenen in Amerika, hauptsächlich in Form von formaler Freiwilligenarbeit. Diese Nachfrage ist eine Antwort auf das Altern der Babyboom-Generation, die derzeit als gesündeste und wohlhabendste Kohorte der älteren Bevölkerung gilt. Es fällt außerdem zusammen mit dem Abbau von Wohlfahrtsprogrammen. Wir behaupten, dass die aktuellen Diskussionen zu bürgerschaftlichem Engagement zu eng gefasst sind, wichtige informelle Beiträge der Älteren zur Bürgergesellschaft ausklammern, übertriebenen Druck ausüben und jene abwerten, die wegen schlechter Gesundheit, Armut oder anderen Barrieren nicht zur Gesellschaft beitragen können. Wir beziehen uns auf Daten über ältere Erwachsene mit niedrigerem sozio-ökonomischen Status und diversen ethnischen Hintergründen in Baltimore City, indem wir Fokusgruppen nutzen, um deren Definitionen von freiwilligem Engagement und die Barrieren zu erkunden, mit denen sie konfrontiert sind. Durch eine Diskussion der vorhandenen Barrieren und Motivatoren für Engagement beurteilen wir die Verwendung dieser Begriffe kritisch und fördern Diskussionen, wie man Beiträge aller älteren Erwachsenen erleichtern und wertschätzen kann. Wir ziehen die Schlussfolgerung, dass bürgerschaftliches Engagement mehr als formale Freiwilligenarbeit umfasst und dass signifikante Barrieren entfernt werden müssen, um mehr Partizipation aller Älteren sowohl in formalen wie auch informellen Aktivitäten zu ermöglichen.

The motivation to volunteer: A systemic quality of life theory

Shye, Samuel

Social Indicators Research. Vol.98(2), Sep 2010, pp. 183-200.

Ein neuer Ansatz, die Motivation von Freiwilligen zu erforschen, wird entwickelt. Statt zu fragen, was die Freiwilligen motiviert, und dabei jegliche konzeptionelle Kategorie zu akzeptieren, fragen wir, in welchem Ausmaß freiwilliges Engagement die Person belohnt mit einzelnen Benefits aus einem vollständigen Set möglicher Benefits. Als „komplettes Set von Benefits“ nutzen wir 16 menschliche Funktionsweisen, die innerhalb des Systemischen Lebensqualitätsmodels (SQOL) formuliert wurden. Daten aus einer großen repräsentativen Stichprobe belegen die konzeptionelle Basis des vorgeschlagenen Ansatzes. Empirische Resultate (mittels Faceted SSA, einer multidimensionalen Skalierungstechnik) unterstützen die Freiwilligen-Motivation-Struktur-Hypothese und zeigen die hervorstechenderen Freiwilligenmotivationen auf. Soziale Gruppen (inkl. Freiwillige und Nicht-Freiwillige) werden verglichen im Hinblick auf ihre Beurteilung der Freiwilligenmotivation. Der vorgeschlagene Ansatz wirft neues Licht auf theoretische Fragen, wie die Rollen von Altruismus versus Egoismus in der Freiwilligenarbeit, und schlägt neue Wege vor für die Erforschung der Fragen, wie Freiwillige gewonnen und gehalten werden.
(Anmerkung Martin Oberbauer: Die im Abstract angesprochenen Resultate gruppieren die Freiwilligenmotivationen danach, ob das kulturelle, soziale, körperliche oder psychische Wohlbefinden betroffen ist. Daraus lassen sich sogenannte Motivationslandkarten erstellen, denen ganz spezifisch konkrete Aufgabenprofile zugeordnet werden könnten (> Rekrutierung). In dieser Studie ergab sich folgende Wertigkeit von Motivationen: am wichtigsten - Freundschaften entwickeln und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft bekommen; ebenfalls sehr wichtig - die eigene Persönlichkeit ausdrücken und die eigenen Glaubenseinstellungen; am wenigsten wichtig - Erleichterung von persönlichen Sorgen und Verbesserung der eigenen ökonomischen Umstände.)